Homepage von Jürgen Kiel    

Gedankensplitter

Der Luxus unserer Tage: reich an Muße zu sein und keine Meinung zu haben.

Wahre Bildung ist kein Ansammeln, sondern ein Differenzieren.

"Computer" heißt auf Isländisch "Zahlenhexenmeisterin".

Glückliches Slowenien, dessen Nationalhymne ein umgeschriebenes Trinklied ist.

Ein Ausdruck der Engländer für den französischen Poststrukturalismus lautet: "Frog fog".

Die weltumspannende Religion gibt es bereits: den Konformismus.

Manche nähmen in Kauf, kritisiert zu werden, wenn sie nur beachtet würden.

Er war ein typischer Quereinsteiger, auch in sein eigenes Leben.

   
 

Es gibt Menschen, die sich alles vorstellen können, nur keine Menschen, die sich nichts vorstellen können.

Im Jahre 2500 wird ganz Deutschland überdacht sein, und mittels elektronischer Volksabstimmung wird entschieden, welches Wetter herrschen soll.

Das Marketing ist die Seelsorge der Waren.

Es gibt Autos, die sind fahrende Selbstgespräche.

Die Muskelästhetik des Nazibildhauers Arno Breker lebt weiter - in Gestalt PS-starker Luxusautos.

Die Obduktion hat bewiesen, dass der Grund seines Todes die Obduktion war.

Die Einzigen, die noch an Gespenster glauben, sind die Gespenster selbst.

"Dopingsünder": arme Schlucker.

Unsere Epoche hat den Nihilismus des 19. Jahrhunderts populär gemacht.

Die vielen Lorbeerkränze auf seinem Haupt nahmen ihm die Sicht.

Der Journalist macht aus Unbekanntem Bekanntes. Der Dichter geht umgekehrt vor.

Logik der schwarzen Pädagogik: Weil dein Leben hart sein wird, darf ich dich schon jetzt quälen.

In den dümmsten Filmen geht es um die Rettung der Welt.

Kochkunst und Musik. Für beide gilt: Sie vergeht im Werden.

Letzte Meldung aus der Kunstszene: Auch das berühmte Selbstbildnis mit Handy stammt nicht von Rembrandt.

Die moralischen Traktätchen und Trostbücher sind nicht ausgestorben, nur heißen sie heute Kriminalromane.

Neues philosophisches Axiom: Jeder ist immer schon gefilmt worden.

Erlesene Laster sind des Müßiggangs Krönung.

Gelegentlich muss man den Staat vor den Zudringlichkeiten des Einzelnen schützen.

Ich habe unzählige Spam-E-Mails erhalten, die mir Viagra und Penisverlängerung anboten, aber keine, die mir eine Gehirnvergrößerung offerierte.

Computerspiele sind so beliebt, weil man bei ihnen, im Gegensatz zum Leben, immer wieder von vorn anfangen darf.

Sie konsumierten leidenschaftlich, damit wenigstens etwas geschah.

Literaturkritik: Auf einen Griechen kommen tausend Jubelperser.

Die realistischen Romane heißen deshalb so, weil ihre Autoren das Verständnisvemögen ihrer Leser realistisch einschätzen.

Die Fähigkeit oberflächlich zu sein müsste in den Lehrplänen der Schulen verankert werden.

Das Grundgefühl der Moderne: Alles könnte auch anders sein.

Der fortgeschrittenste Zensor heißt Suchmaschine.

Schiller für Einsteiger: Der Mohr hat seine Schludrigkeit getan.

Manche Motti auf der ersten Seite von Büchern sind wie ein Pfeifen im Dunkeln.

Ein prominenter Gegenwartslyriker: Seine Gedichte zu lesen ist wie mit dem Musterschüler im Aufzug festzuhängen.

Ein Ironiker ist ein Mensch, der die Regeln akzeptiert, aber nicht die Menschen, die nichts als diese kennen.

In älteren Kinofilmen kommen drei Spezies vor, die pathetisch reden dürfen: Römer, Ritter und Indianer.

Beobachtung im Kunstmuseum: Die Leute haben eine Scheu, zu lange vor abstrakten Bildern stehen zu bleiben.

Jede Neurose ist ein privater Mythos.

Lesefehler in der Tradition von Lichtenberg: Immer lese ich "Altsteinzeit" wo nur "Altersteilzeit" steht.

Erdumspannende Plattheiten sind nur vom Weltraum aus zu erkennen.

Ökocheck warnt: Über Deutschland erstrecken sich gigantische Mimosenfelder.

In seiner Wohnung war selbst der Staub an dem Platz, an dem er hingehörte.

Sie schrieb mit erhobenem Zeigefinger, was ihren Texten gar nicht gut tat.

Die Aufgabe von Public Relations besteht in erste Linie nicht darin, Lügen zu verbreiten, sondern Verwirrung zu stiften.

Jedes Jahr endet mit einem betrunkenen Butler.